Das lange Wochenende (in Irland ist nicht der 1. Mai, sondern der 1. Montag im Mai frei - die Iren sind schon sehr pragmatisch veranlagt, was ihre Feiertage angeht
Bewaffnet mit dem besten Kartenmaterial, das man hier kaufen kann, fuhren wir mit dem DART nach Greystones. Nach einigen Irrwegen durch den Ort (die Karte ist bei weitem nicht so genau, wie man sie sich als Wanderer wünschen würde) fanden wir schließlich einen Weg, der uns unserem Ziel näher brachte. Unterwegs stellten wir fest, dass "Wandern" in dem Sinne, wie wir es von zu Hause gewöhnt sind, hier doch etwas schwierig ist. Die besten Karten ist immer noch sehr ungenau und schwammig. Wegweiser oder gar Wegmarkierungen gibt es überhaupt nicht. Wanderwege sind auch nicht unbedingt verbreitet, wir waren meist auf kleinen Straßen unterwegs. Man muss sich also sehr auf seinen Orientierungssinn und sein Glück verlassen und zur Not schicksalsergeben auch mal querfeldein laufen. (Es gibt in Irland auch ein paar viel beworbene Fernwanderwege wie den Wicklow Way, die sind dann wahrscheinlich besser ausgeschildert.)
Gegen 14 Uhr erreichten wir den Fuß des Great Sugarloaf Mountain und nahmen den (ziemlich anstrengenden) Anstieg in Angriff. Der Weg war ein sehr steiler Schotterweg, der im letzten Teil in eine richtige Kletterpartie ausartete. War aber schön, dann oben angelangt zu sein
Beim Abstieg nahmen wir einen anderen Weg Richtung Norden, den vor uns schon einige andere gegangen waren. Laut unserer Karte kam der ungefähr da raus, wo wir hinwollten, es war jedoch nicht ganz klar erkennbar, ob er wirklich durchgängig war. Irgendwann wurde der Weg dann immer schmaler und hörte schließlich ganz auf. Laut Karte und unserer Orientierung waren wir etwa da, wo wir hinwollten und wussten auch, wie es theoretisch weitergehen sollte, nur war da halt kein Weg. Nach einigem Suchen und Überlegen gingen wir dann querfeldein weiter und landeten schließlich auf einer Klippe, die etwa 50 Meter senkrecht zur Straße (auf die wir wollten) abfiel. Wir drehten also wieder um und fanden auf dem Rückweg einen kaum erkennbaren Trampelpfad, der in etwa in die richtige Richtung führte. Dem folgten wir und standen bald vor einem verschlossenen Tor, dass sich aber zum Glück öffnen ließ. Dahinter begann dann das kleine Sträßchen, nach dem wir gesucht hatten
Die restliche Strecke auf kleinen Nebenstraßen Richtung Bray war dann vergleichsweise einfach zu finden. Die letzten paar Kilometer in Bray selbst haben wir dann (als Zugeständnis an die Blasen, die sich Karsten gelaufen hatte) mit dem Bus zurückgelegt. Mal sehen, wann wir uns das nächste Mal auf das Abenteuer "Wandern in Irland" einlassen
Karte mit Wegstrecke

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